Tennis in Schortens vor dem Aus – TC Schortens verzichtet auf sein Recht

Die einseitige Vertragsbeendigung durch die neuen Eigentümer der Tennisanlage in Schortens bedeutet voraussichtlich das Ende des Tennissports in Schortens. Dabei waren wir im vergangenen Jahr glücklich über eine Entwicklung mit Perspektiven für diesen Sport.  Die MVZ Dr. Rudolph GmbH hatte das Grundstück mit Tennishalle und Clubheim übernommen, um dort ein Sport- und Gesundheitszentrum zu betreiben mit Tennis-, Gesundheits- und Rehasport und weitere Aktivitäten. So steht es als Planung in den mit dem Tennisclub geschlossenen Verträgen.
Wenn nun die Mitglieder des TC Schortens bislang an die Gültigkeit von Verträgen glaubten, hat sie Dr. Rudolph mit seiner Ehefrau und seiner GmbH eines Besseren belehrt. Der Nutzungsvertrag sollte nach mündlicher Ankündigung zum 31.12.2022 beendet werden. Nach dem Sturm im Februar wurde die Anlage von den Eigentümern plötzlich aus Verkehrssicherungsgründen geschlossen, da Sturmschäden entstanden waren.
Der bestehende Vertrag wurde ohne Kündigung für beendet erklärt. Freundlicherweise erhielten die SportlerInnen ihre AboGelder für die Hallennutzung erstattet und der TC durfte seine mtl. Pachtzahlung einstellen.
Der Vereinsvorsitzende Anke Feistkorn durfte einmal die Anlage mit den Schäden besichtigen und stellte keinen Zustand fest, der eine Weiternutzung unmöglich gemacht hätte. Es wurde versucht, zu vermitteln.
Ohne Erfolg - die Anlage blieb und bleibt gesperrt.
Die Eigentümer reagieren nicht auf den Hinweis des Vereins, dass ein vertraglicher Anspruch auf Nutzung der Anlage besteht. Den Sportlern/innen wird trotz ihres Abos der Anspruch auf Hallennutzung verwehrt, sie müssen nach Jever ausweichen. Der TC Schortens als Pächter der Anlage wird ausgesperrt und ist nicht in der Lage, seine Plätze für die Saison herzurichten.
Die Eigentümer verletzen wissentlich und vorsätzlich ihre vertraglichen Pflichten und nehmen sich die Zeit, bei den kommunalen Vertretern im Rathaus höflich nachzufragen, ob sie mit einer Entwicklung ihrer Grundstücksfläche zu Bauland wohl rechnen können.
Der Vereinsvorstand hat anwaltlich seine Rechtsposition prüfen lassen. Resultat: Der Verein ist im Recht, er hat einen gültigen Vertrag.  Wenn Sturmschäden vorhanden sind, ist es Sache des Eigentümers, die Anlage für die vertragliche Nutzung herzustellen. Nur - die Zeit wird für die Eigentümer spielen, denn Gerichts- und Gutachterverfahren dauern Monate und länger und das Jahr ist dann schnell vorüber.
Somit müssen wir Mitglieder mit Bedauern zur Kenntnis nehmen, durch das vertragswidrige Verhalten des Vertragspartners und die Sinnlosigkeit eines Rechtsstreits findet der Tennissport in Schortens ein plötzliches Ende.
Man spricht mit Groll unter den Mitgliedern von einem Investor Dr. Rudolph,
- der vor einem Jahr mit Traumzielen und engagiert angetreten war,
- der auf staatliche Zuschüsse hoffte, die ihm als privates Unternehmen eine Millioneninvestition
   möglich machen sollten,    
- der den Orkan Zeynep als willkommenen Gehilfen zur Schließung der Anlage annahm und
- der entgegen seinen vertraglichen Pflichten die Anlage geschlossen hält
- und für vermittelnde Gespräche in keiner Weise zur Verfügung steht.
Hier mag sich jemand verrechnet haben, der als Mediziner auf fremden Terrain Geld verdienen wollte. Die Zeiten waren für ihn sicher nicht günstig. Aber das darf nicht dazu führen, dass er Rechte missachtet und einen Sportverein mit seinen Mitgliedern unter Missachtung des Nutzungsvertrages einfach vor die Tür setzt.
Der Verein hatte sich viel vorgenommen. Der jungdynamische TC-Vorstand sucht jetzt in Schortens nach Alternativen für die Zukunft. Aber die Reaktion seiner langjährigen Mitglieder heisst nicht Abwarten, sondern Abwandern zu anderen Vereinen.
 Die Chancen für Tennis in Schortens stehen schlecht. Gespannt sind wir auf die Entwicklung des 15.000 qm großen Tennisgeländes in Schortens. Die Planungshoheit liegt bei der Stadt für diesen unbeplanten, aber sportlich genutzten Bereich. Vielleicht bietet sich dort neben dem großen Wohngebiet ein grüner, natürlicher  Rückzugsraum für Natur, Grün und Freizeit an?
gez. Wolfgang Schmitz ( TC-Mitglied)